Geschichte

Eine gute Investition für unsere Jugend

Anfangs Existenzberechtigung angezweifelt
In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, vor allem aber nach der kommunalen Neuordnung von 1969, als die Gemeinden des Amtes Lohmar mit der Gemeinde Wahlscheid zusammengeschlossen wurden, entwickelte sich Lohmar zur Schnellzuwachsgemeinde.

In den beiden Zentralorten und den ländlichen Teilen wurde eifrig gebaut, insbesondere von jungen Familien.

Das Jahr 1968 brachte die große Schulreform mit dem Auslaufen der alten, meist konfessionsgebundenen Volksschule und der Bildung von selbstständigen voll durchgegliederten Grund- und Hauptschulen. In Lohmar und Wahlscheid entstanden neben größeren Grundschulen Hauptschulen, die vom Gesetzgeber als weiterführende Schulen aufgewertet wurden.

Wer aber eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen wollte, musste solche Schulen in der Nachbarschaft aufsuchen. Siegburg, Troisdorf, Rösrath und Overath waren die wichtigsten Schulorte mit ihren »Höheren Schulen« für die Kinder aus der Gemeinde Lohmar.

 

Luftbild vom Schulzentrum Lohmar

In der neu entstandenen Gemeinde Lohmar setzte sich bei den Verantwortlichen in Rat und Verwaltung schon früh die Erkenntnis durch, dass das aufstrebende Gemeinwesen seinen Bürgern über kurz oder lang eine Realschule, ein Gymnasium und ein Hallenbad anbieten müsse.In einem ersten städtebaulichen Wettbewerb im Jahr 1973 wurde diese Grundausstattung mit ausgeschrieben.

 

Wie ernst die Damen und Herren im Rathaus diese Planung nahmen, belegt die Tatsache, dass im Haushalt 1975 schon 500.000,– DM für den Grunderwerb eines »Schulzentrums Lohmar- Nord« eingestellt und für seinen Bau eine Rücklage von 6 Millionen DM gebildet worden war. Als erstes wollte man mit der Verwirklichung einer Realschule beginnen. Später sollte die Errichtung eines Gymnasiums folgen. Das gewünschte Hallenbad für Lohmar wurde durch den Regierungspräsidenten entschieden abgelehnt.

Da ein passendes Grundstück fehlte, wurden viele Vorschläge eingebracht: Der Park Lohmarhöhe, der heutige Frouardplatz, das Gelände der Villa Friedlinde und der Platz neben der Hauptschule in Lohmar-Ort. Die offizielle Landespolitik strebte an, beim Neubau von Schulen in erster Linie Schulzentren zu fördern. Alle genannten Örtlichkeiten hätten niemals den Platzbedarf einer modernen Schule mit Turnhalle, Sportanlagen, Schulhof sowie Parkmöglichkeiten für Pkw und Schulbusse erfüllen können. Für die »große Lösung« im weitläufigen Donrather Dreieck, wo auch das noch nicht ganz abgeschriebene Hallenbad seinen Platz finden sollte, konnte man sich nicht erwärmen, da dieses Areal noch nicht im Besitz der Gemeinde Lohmar war.

Erschwert wurden die Planungen in Lohmar dadurch, dass das Kultusministerium in Düsseldorf noch nicht von der Notwendigkeit einer Realschule für Lohmar überzeugt war und die Zahlen über die Schulentwicklung in der Aggergemeinde als zu optimistisch geschätzt sah. Als Kompromisslösung wurde vorgeschlagen, in Lohmar eine »Zweigstelle« der Realschule Siegburg einzurichten. Dieses Ansinnen wurde aber vom Rat der Gemeinde Lohmar abgelehnt.

Anfang 1977 spitzte sich die Situation um die auswärtige schulische Versorgung der Realschüler aus der Gemeinde Lohmar dramatisch zu. Die benachbarten Realschulen waren aus Platzmangel nicht mehr in der Lage, Schüler aus Lohmar aufzunehmen. Die Realschule Siegburg beantragte, je zwei Klassen des 5. und des 6. Schuljahres mit jeweils 70 Kindern pro Jahrgang aus der Gemeinde Lohmar für die Stadt Siegburg als Schulträger aushilfsweise in Lohmar unterzubringen. Der Rat der Gemeinde Lohmar stimmte am 7. Juli 1977 diesem Vorschlag in der Gewissheit zu, dass dieses Provisorium den Antrag der Gemeinde Lohmar auf Bildung einer eigenen Realschule nachdrücklich untermauern würde. Vier Klassen fanden Platz in der Hauptschule Lohmar und wurden durch Almut Molls, Maria Vogel, Werner Hußmann und Josef Sutor betreut.

 

 

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